Subtiler Aktivismus – Prolog

Those who tell the stories rule society.

Plato

Prolog

Können Geschichten die Welt verändern?
Wenn ja, wie werden wir von Geschichten beeinflusst? Wie beeinflussen wir andere Menschen, wenn wir Geschichten erzählen? Schon nach wenigen Fragen stehe ich im Dickicht und beginne meine Spurensuche, mit der ich die Anatomie dieser gegenseitigen Abhängigkeiten verstehen will.

Einerseits handelt es sich dabei um eine sehr persönliche Spurensuche: Lange habe ich mit meinem gesellschaftlichen Engagement gehadert. Ich habe dabei zugeschaut, wie andere Demonstrationen organisiert, Straßen blockiert, mit Passant*innen diskutiert und sich engagiert haben – für Ziele, denen ich mich sehr wohl verbunden fühlte. Trotzdem – irgendetwas hielt mich immer zurück, auf die Straße zu gehen. Mir fehlten die unmittelbaren, spürbaren Konsequenzen. Heute weiß ich: Ich habe an der falschen Stelle gesucht. Die Konsequenzen meiner Handlungen finde ich zuerst in mir selbst, dann im Außen.

Andererseits handelt es sich auch um eine gesellschaftliche Spurensuche. Ich beginne dort, wo die meisten Spuren zu finden sind: An der Futterstelle, das heißt bei den Narrativen unserer Gesellschaft. Narrative transportieren unter anderem unsere gesellschaftlichen Werte und haben großen Einfluss darauf, wie wir die Geschehnisse und Entwicklungen wahrnehmen und einordnen, die sich um uns herum ereignen. Man könnte sie als „sinnstiftende Erzählungen“ beschreiben. Narrative werden mit der Zeit von gesellschaftlichen Gruppen geprägt, von Organisationen, von Unternehmen, von politischen Parteien.

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Spuren zu finden ist also kein Problem. An der Futterstelle ist der Boden geradezu niedergetrampelt. Allerdings sind das nicht die Spuren, die ich suche. Ich suche nach Veränderung, nach Innovation, nach einer erkennbaren Entwicklung. Bereits nach kurzer Zeit werde ich fündig, trete näher und versuche die Spur zu lesen:

Im globalen, hart umkämpften Wettbewerb sichern einzig innovative Produkte oder Dienstleistungen mit Alleinstellungsmerkmalen unsere Technologie-Führerschaft. Doch erst die erfolgreiche Vermarktung macht eine Idee zur Innovation. Diese strikte Orientierung an den künftigen Bedürfnissen des Marktes bestimmt unser Streben nach Innovation.

Wenn das wirklich die Antwort auf meine Frage sein soll, welche Geschichten wir einander erzählen um die Welt zu verändern, dann ist es jedenfalls nicht die Antwort, die ich hören will. Die Spur verliert sich im geistigen Schlamm technoider Phantasien, in denen sowohl die Welt als auch die darauf lebenden Menschen völlig abhanden gekommen sind. Ich suche weiter und entdecke eine ganz frische Spur:

Wir sind hier, wir sind laut,
weil ihr uns die Zukunft klaut!

Da sind sie wieder, die Demonstrationen, die blockierten Straßen, die Diskussionen mit Passant*innen und ich weiß, diesmal bin ich auf der richtige Fährte. Welche Zukunft fordern sie ein? Wer soll sie gestalten und wie soll sie aussehen? Wenn Geschichten die Welt verändern können, muss ich dieser Spur folgen und mit Menschen sprechen, die sich für den Wandel engagieren.

Kommende Woche im Interview: Der gesellschaftspolitische Gestalter.

Komm ans Feuer!

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